Pieria – Dornröschenschlaf unter Aufsicht der Götter

ein Gastbeitrag von Gerda Böck-Magos

Wenn Westeuropäer an Griechenland denken, denken sie meistens an die weißen Häuser auf den Inseln der Südägäis. Dabei hat auch der Norden viel zu bieten, unter anderem den höchsten Berg des Landes und zahlreiche kulinarische Besonderheiten. Das LEADER Programm soll der Region Pieria nun zum Touristenboom verhelfen.

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Südwestlich von Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt Griechenlands, erstreckt sich die Provinz Pieria mit ihrer Hauptstadt Katerini. Ganz in der Nähe befindet sich das höchste Gebirge Griechenlands, der berühmte Olymp. Weltweit ist er bekannt als Sitz der Götter der griechischen Mythologie, aber nicht alle wissen, dass es sich dabei auch tatsächlich um einen reellen Berg handelt. Bergsteiger aus aller Welt erklimmen jedes Jahr einen der Gipfel der Region, unter anderem den Mitikas, mit 2918 m der höchste des Massivs. Auf dem Nebengipfel Profitis Ilias befindet sich außerdem die höchste Kapelle der gesamten Balkanregion.

Unentdecktes Paradies in Großstadtnähe

Das nahegelegene Städtchen Litochoro lädt mit zahlreichen Tavernen, Cafes und vor allem einem beeindruckenden Ausblick zum Verweilen ein. Wer sich nicht zu den richtigen Bergsteigern oder Wanderern zählt, aber trotzdem das Hüttenflair genießen möchte, ist in der Berghütte Stavros gut aufgehoben. Rustikales Ambiente, zünftiges Essen, und auch hier der atemberaubende Ausblick. Man sieht bis Thessaloniki, gegenüber die berühmte Halbinsel Halkidiki, und direkt unterhalb endlos wirkende Sandstrände, die bis zu den Ausläufern des Kissavos Massivs reichen.

Die Region ist bei weitem nicht so bekannt wie etwa Halkidiki oder so manche Insel, zu Unrecht, darin sind sich die Kenner und Freunde von Pieria einig. Außer dem Olymp, der Nationalpark und Naturschutzgebiet ist, gibt es hier unzählige malerische und sehenswerte Orte. So zum Beispiel Palios Panteleimonas, oberhalb der Burg von Platamon auf 440 m hoch gelegen, ein malerischer Ort, erbaut ausschließlich aus Steinhäusern und mit einer großen Auswahl hervorragender Gaststätten.

Dort genießt man lokale Spezialitäten auf winzigen Balkonen, genießt die Sicht über die Landschaft  oder erholt sich im Schatten der riesigen Platanen. In beiden Fällen fällt der Aufbruch schwer. Nicht wenige spielen mit dem Gedanken,  in eines der kunstvoll renovierten Steinhäuser einzzuiehen und den Morgenkaffee neben der alten Kirche zum Alltag zu machen.

Förderprogramm soll Tourismus ankurbeln

Das LEADER Programm soll der Region zu mehr Bekanntheit verhelfen, neue Touristen, in Griechenland und in anderen europäischen Ländern, sollen angelockt werden. Man wirbt auf den großen Tourismusmessen, gezielte Werbung in 7 Sprachen soll das Zielpublikum erreichen. Dabei, und das betonen Katerinis Bürgermeister Savvas Chionidis genau wie der Präsident der Handelskammer Katerinis, Ilias Chatzichristodoulou, geht es allerdings nicht um billigen Massentourismus, wie er in vielen touristischen Gegenden Griechenlands vorherrscht.  Tatsächlich besticht die Gegend mit ihrem eigenen, individuellem Charme. Berg und Meer, eine Fülle von Möglichkeiten. Ziel ist außerdem, vom reinen Sommertourismus auf ganzjährige Angebote auszubauen.

Innerhalb eines relativ kleinen Umkreises kann man Badeurlaub machen, Klöster besuchen wie z.B. jenes des Hl. Dionysis, dessen Geschichte sich bis 1001 zurückverfolgen lässt, Wandern, Klettern, historische Stätten wie Dion besichtigen, kulturelle Veranstaltungen beim Olymp-Festival erleben, ab November dem Wintersport frönen oder den Weihnachtsmarkt in Katerini besuchen. Und das alles kaum eine Stunde von Thessaloniki entfernt. Es ist der Region zu wünschen, dass sie aus ihrem Dornröschenschlaf aufwacht und die Anerkennung erfährt, die ihr gebührt. Wobei auch diese Ruhe und scheinbare Unberührtheit ein Teil ihres besonderen Charmes ist.

Gerda Böck-Magos ist freie Autorin und Mitarbeiterin des Österreichischen Honorarkonsulats Thessaloniki

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